Floßseminar
Das Floßseminar ging vom 20.7. bis zum 31.7. und fand in Berlin statt.
Ich habe mich also am Bahnhof verabschiedet und bin in den Zug gestiegen. Dort ging es dann nach Berlin. Weil ich wusste, dass ich von dort aus nicht mehr direkt nach Hause kam, musste ich meinen ganzen Koffer und das Gepäck mitnehmen. Hätte ich früher gewusst, dass Mama und Papa nochmal nach Frankfurt kommen, hätte man das ein bisschen organisieren können, aber das war einfach ziemlich spontan. Ich bin also zur Tante meiner besten Freundin gefahren, um meine Sachen unterzustellen und von dort aus direkt weiter zum Treffpunkt.
Ich kam zwar drei Stunden zu spät zum Floßseminar, aber das war überhaupt kein Problem. Dort habe ich dann die ganzen Leute kennengelernt: Wir waren 18 Jugendliche und zwei Leiterinnen. Ich wurde sofort super aufgenommen. Abends haben wir noch die kommende Woche geplant, weil wir alles selbst organisieren mussten, wie Essen und Einkaufen. Danach sind wir auch schon schlafen gegangen.
Am nächsten Tag wurden die Flöße gebaut. Da ich im Einkaufsteam war, ging es für mich erst mal zum Supermarkt. Abends saßen wir zusammen und haben noch Spiele gespielt.
Die folgenden vier Tage ging es dann aufs Floß. Wir sind morgens früh los und viel gepaddelt. So richtig Strecke haben wir gar nicht zurückgelegt, weil die Flöße einfach nicht so schnell waren. Wir waren zu sechst auf dem Floß. Die ersten zwei Tage waren echt schrecklich, weil es ununterbrochen geregnet hat und nachts alles nass wurde. Ich musste einmal mit einem Mädchen dreimal unser Tarp neu aufbauen, weil alle Tarps undicht waren. Die Laune war da teilweise echt am Boden.
Andererseits sind wir extrem schnell als Gruppe zusammengewachsen. Wir haben sogar das Feedback von den Leiterinnen bekommen, dass sie so eine ehrliche Dynamik noch nie erlebt haben. Wir hatten nämlich trotz des strömenden Regens draußen jeden Tag etwa eine Stunde Seminar. Aber weil wir so ein gutes Team waren, blieb die Stimmung selbst bei Kälte und Dauerregen erstaunlich gut. Ich glaube zwar, es wäre unter Zelten besser gewesen, aber wir hatten eben nur die Tarps. Eine interessante Erfahrung war es allemal.
Am dritten Floßtag wurde das Wetter endlich besser. Die Sonne kam raus und die Ersten sind direkt ins Wasser gesprungen. Drei Jungs haben unser Floß gezogen, was in dem Moment einfach nur unglaublich witzig war. Auf einmal war die Laune noch viel besser und alle haben angefangen, sich zu sonnen. Als wir ankamen, sind weitere Mädels schwimmen gegangen. Die Sonne hat echt Wunder bewirkt. In dieser Nacht haben wir gar keine Tarps aufgebaut, weil das Wetter so gut mitgespielt hat. Hätte es geregnet, wäre das unmöglich gewesen, aber so haben wir direkt in unseren Teams auf den Flößen geschlafen. Es war nicht sonderlich gemütlich, aber im Dunkeln die Sterne zu sehen, war einfach schön.
Am letzten Tag sind wir zum Campingplatz gepaddelt, zurück in die Zivilisation. Dort haben wir noch zwei Tage verbracht und alles abgebaut. Uns wurden warme Duschen versprochen, aber das hat leider gar nicht funktioniert, es war eiskalt. Dabei wollten wir uns nach der Woche mit dem 18-in-1-Shampoo einfach nur mal wieder richtig waschen und die Haare sauber bekommen. Na ja, war auch eine Erfahrung. Die zwei Tage gingen schnell rum. Wir hatten wieder Seminar und mussten die Flöße komplett abbauen und den Campingplatz gründlich aufräumen. Das hat seine Zeit gedauert.
Die allerletzten Tage haben wir in einer Jugendherberge verbracht. Wir haben draußen in kleinen Hütten geschlafen, hatten jedes Mal super Essen und noch ein paar recht lange Seminare.
Was übrigens auch noch lustig war: Das Kochen für so eine riesige Gruppe. Es ist echt faszinierend, wie fünf Kilogramm Nudeln einfach komplett weggeputzt werden. Wir als Einkaufsteam haben allerdings viel zu viel Brot gekauft. So viel, dass wir nicht mal die Hälfte geschafft haben.
Es gab am Ende sogar Brotsalat, weil niemand mehr normales Brot sehen konnte. Da es in Neuseeland ohnehin fast nur weißes Toastbrot gibt und nach dem Seminar keiner mehr Lust auf Brot hatte, war das eigentlich der perfekte Einstieg. Das restliche Brot wurde natürlich nicht weggeschmissen, sondern an die Tafel gespendet. Die haben sich riesig gefreut.
Nach dem Floßseminar habe ich noch eine Nacht bei der Tante meiner besten Freundin in Berlin verbracht, und dann ging es auch schon ab nach Neuseeland.
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